Woran erkenne ich die Aspergillose
und was bewirkt diese?
Als Halter erkennt man daß der Vogel lustloser
wird. Das Gefieder kann sich zum schlechteren hin verändern. Der Vogel
mag auch nicht mehr so gerne fliegen und wirkt eventuell kurzatmig und geschwächt,
er kann auch an Gewicht verlieren. Auch kann möglicherweise häufiges
niesen beobachtet werden.
Das muß nun keine Aspergillose sein, auch andere Erkrankungen zeigen
ein solches Bild. Man wird zum Tierarzt gehen und wenn dieser keine andere
Krankheit findet sollte man die Möglichkeit einer Aspergillose ansprechen.
Mit Hilfe von Abstrichen und Röntgenaufnahmen ist eine zuverlässige
Diagnose möglich. Eine exakte Aussage zum Erkennen dieser Krankheit
ist nicht möglich da diese variiert, je nach Schwere sind unterschiedliche
erste Anzeichen zu erkennen.
Sollte der Vogel schon schwer atmen oder sogar Atemgeräusche haben
dann ist möglicherweise die Aspergillose sehr weit fortgeschritten.
Dann sind schwanzwippen beim atmen oder atmen mit gestrecktem Hals oder geöffnetem
Schnabel zu erkennen. Die Stimme kann sich verändern wenn der Pilz
die Syrinx, das Lautbildungsorgan, befallen hat.
Der Aspergillus hat im Fall einer Infektion schon die
Atemwege und/oder die Lungen befallen. Die Auswirkungen sind unterschiedlich,
es können sich Knötchen gebildet haben, das Lungengewebe kann
sich verdickt haben oder es ist schon ein "Pilzrasen" gewachsen.
Knötchenbildung
Daß dadurch die Atmung sehr erschwert wird leuchtet ein. Aber
das ist noch nicht alles.
Wie oben schon erwähnt scheidet der Pilz Gifte aus, sogenannte Aflatoxine.
Sollte die Aspergillose in geringer Form schon länger existieren können
die seit dieser Zeit ausgeschiedenen Aflatoxine einen Krebs verursachen.
Bei starker Erkrankung schädigen die Gifte Leber, Herz und Nieren,
der Verdauungstrakt wird beeinflußt. Dazu kann das Nervensystem in
Mitleidenschaft gezogen werden, es kommt dann zu epilepsieähnlichen
Krampfanfällen.
Weiter kann der Aspergillus sich auch im Körper ausbreiten und alle
inneren Organe befallen. Dann ist die Behandlung noch risikoreicher als normal.
Die Behandlung
Diese ist äußerst schwierig und langwierig,
eine Heilung im normalen Sinne wird es nicht geben.
Mit verschiedenen Medikamenten kann man mittels Spritze oder oraler Gabe
oder auch Inhalation den Pilz bekämpfen.
Die Behandlungsmethoden können auch ineinander übergreifen, Inhalation
und orale Medikation zusammen sind durchaus möglich und sollten wenn dem nichts entgegen spricht auch zusammen erfolgen.
Itraconazol sollte bei Graupapageien nicht verwendet werden da diese es
nicht vertragen. Es könnte zu Todesfällen führen.
Seit einiger Zeit ist ein neues Pilzmedikament mit Namen VFend auf dem
Markt. Dieses ist weniger lebertoxisch als die bisher bekannten
Medikamente. Auch die Wirkung ist stark verbessert. Es handelt sich
dabei um Tabletten welche vom Tierarzt aufgelöst werden und die
der Vogel portionsweise oral bekommt. Bereits mit zwei Tabletten sind
gute Erfolge gemeldet worden.
Dabei ergibt sich bei einer sehr starken Aspergillose das Problem daß
der zum großen Teil absterbende Pilz verstärkt seine Gifte freisetzt.
Dies wiederum kann den schon schwachen Vogel töten. Es ist immer eine
gefährliche Sache.
Zudem sind die Medikamente alle für den Vogel lebertoxisch. Das
bedeutet daß die Leber in großem Maße durch die
starken Medikamente belastet wird. Hier kann man für den
Leberschutz Vitamine zuführen (Vit B12) und hoffen daß die
Leber sich wieder regeneriert. Auch als leberstärkend hat sich
Hepar Comp. erwiesen. Ebenso wirksam ist der Wirkstoff Silymarin der
aus dem Mariendistelsamen gewonnen wird. Die beiden letztgenannten
rezeptfreien Mittel sollten schon währen einer
Aspergillosebehandlung eingesetzt werden.
Auch wenn die Behandlung abgeschlossen ist so ist der Pilz nicht besiegt.
Er lauert weiter im Körper auf seine Chance sich auszubreiten und macht
das manchmal auch. Dann muß eine weitere Behandlung folgen, diese kann
jedoch möglicherweise etwas weniger belastend ausfallen. Völlig
wird der Vogel nicht mehr geheilt, er kann aber mit seiner Krankheit leben
und ist beschwerdefrei.
Um einem nochmaligen Ausbruch der Aspergillose vorzubeugen wird es
allgemein als angebracht gesehen den Vogel alle zwei bis drei Monate
zwei Wochen lang inhalieren zu lassen. Dabei muß nicht unbedingt
ein Pilzmedikament verwendet werden, es wurden gute Erfolge mit dem
Desinfektionsmittel F10 gemeldet. Dieses ist nicht giftig. Die
Verdünnung sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden.
Wichtig ist für den weiteren Verlauf die oben beschriebenen Maßnahmen,
vor allem das streßfreie artgerechte Leben sowie entsprechendes Futter.
Antibiotika sollten bei Krankheiten nur wenn absolut unumgänglich gegeben
werden da diese das Pilzwachstum fördern.
Am Rande
Welche Wirkung der Aspergillus haben kann zeigt ein
Beispiel aus Ägypten. Als 1922 das Grab eines Pharao geöffnet
wurde starben alle daran Beteiligten innerhalb relativ kurzer Zeit, insgesamt
30 Personen. Man schrieb dies in der Presse dem "Fluch des Pharao" zu, die
Geschichte wurde sogar verfilmt.
In Wirklichkeit war das Grab mit Aspergillussporen in höchstem Maße
verseucht und der Pilz tötete alle die darin waren.