Da stimmt was nicht

    Genau das ist der erste Gedanke eines Vogelhalters, wenn sein Vogel krank ist

    Dazu sollte jeder diese Überlegung anstellen oder folgendes wissen:

  • Vögel sind in aller Regel Schwarmtiere. Sie leben im Verbund.
  • Ein krankes Mitglied dieses Verbundes ist für alle anderen eine Gefahr.
  • Räuber und Feinde merken, wenn ein Mitglied des Schwarmes krank ist und werden versuchen, diese relativ einfache Beute zu fangen.
  • Damit sind alle anderen auch gefährdet.
  • Aus diesem Grund wird ein kranker Vogel meist vom Schwarm ausgeschlossen, das Leben vieler geht über das eines einzelnen.
  • Also ist es für einen Vogel absolut lebenswichtig, sich eine Krankheit möglichst nicht anmerken zu lassen. Er wird bis zu letzten versuchen unauffällig zu sein.
  • Erst dann, wenn es sich absolut nicht mehr verbergen läßt, merken wir etwas. Natürlich ist die Krankheit dann schon weit fortgeschritten.
    Mit diesem Wissen um die Lebensweise eines Vogels kann man dann nicht mehr lange warten, es muß so schnell als irgend möglich gehandelt werden.
    Zuerst jedoch schaut man sich den Vogel an.

    Welche Anzeichen zeigt er?

  • Hat er Atemprobleme?
  • Wippt er beim Atmen mit dem Schwanz?
  • Läßt er die Flügel hängen?
  • Ist der Kot verändert?
  • Hat er Durchfall?
  • Die Augen geschwollen, sonstwie anders?
  • Das Gefieder aufgeplustert, struppig?
  • Frißt und trinkt er?
  • Sind die Nasenöffnungen feucht?
  • Erbricht er sich?
  • Ist er apathisch?
  • Schläft er ständig?
  • Kann er noch mit den Krallen greifen?
  • Hat er Krämpfe?
  • Riecht er aus dem Schnabel?
  • Alles das beobachten und merken, dann auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt. Diesem die Beobachtungen mitteilen, das hilft bei der Diagnose sehr viel. Kotproben und/oder erbrochenes gleich mitnehmen.

    Hierbei ist ein vogelkundiger Tierarzt vorzuziehen. Fragen kostet nichts.
    Im Internet gibt es dazu viele Listen von vogelkundigen Tierärzten. Hier einige Links.

    Ich rate davon ab, zuerst mal im Geschäft oder beim Züchter nachzufragen.

    Denn erstens weiß man im Handel über solche Dinge kaum Bescheid. Verkäufer sind keine Fachleute für irgendwelche Krankheiten.
    Auch Züchter sind nun mal keine Ärzte und sehen den Tod eines Vogels sicherlich viel pragmatischer als Sie oder ich.
    Drittens verliert man Zeit. Diese ist kostbar, wie oben beschrieben ist der Vogel schon sehr krank. Zudem ist ein Vogel ist ein sehr empfindlicher Organismus. Wenige Tage genügen schon um einen Vogel, der z.B. heftigen Durchfall hat, zu töten.

    Selber kann man schon im Vorfeld des Tierarztbesuches einiges machen um dem Vogel zu helfen.
    So ist es sehr sinnvoll dem Vogel Wärme in Form einer Wärmelampe (Rotlicht) anzubieten. Die Wärmelampe sollte in ca. 40cm Entfernung aufgestellt und so ausgerichtet werden daß der Vogel der Wärme auch ausweichen kann wenn er das möchte.
    Ebenso ist es in den meisten Fällen sinnvoll den Vogel von den anderen Vögeln zu trennen damit er keinen Streß hat. Ein kleiner Krankenkäfig ist eine recht sinnreiche Anschaffung und zudem nicht übermäßig teuer. Auch eine im Handel erhältliche Transportbox die nach Möglichkeit der Vogelgröße angepaßt so klein als möglich sein sollte ist im Notfall eine Hilfe.

    --- Noch ein Hinweis ---

    Wird ein Vogel beim Tierarzt zur Behandlung gelassen, so stellt das eine extreme Belastung für den Vogel dar. In diesem Fall ist der Vogel der Meinung, er sei wie am Anfang beschrieben  von seinem Schwarm, also Ihnen, verstoßen worden. Das führt oftmals dazu, habe es selber erlebt und nie vergessen, daß der Vogel sich zum Sterben wegsetzt. Er stirbt wirklich, nicht an der Krankheit, sondern an Verzweiflung.

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