Für unsere Vögel bestehen, wenn sie wie allgemein üblich im Haushalt gehalten werden, vielerlei 



G e f a h r e n

Oft sind wir uns dessen nicht in dem Maße bewußt, wie es zu wünschen wäre.
Einige solcher Punkte kann jeder selbst mit einfachen Mitteln weitgehend entschärfen oder die Gefahr durch erkennen beseitigen.

Die Fenster

Offen wie auch geschlossen stellen sie eine sehr häufige Unfallursache dar.

Offene Fenster
verleiten dazu, dem natürlichen Freiheitsdrang unserer Vögel zu einem meist tödlichen Ausflug zu verhelfen.
Das große Problem besteht nicht im wegfliegen, sondern die Heimat, das Haus/die Wohnung wieder zu finden. Da der Vogel nicht weiß, wie das Fenster von außen aussieht, findet er es nicht mehr.
Wie kann man vorbeugen? Schließlich muß auch mal gelüftet werden.
Ein guter Schutz gegen wegfliegen sind Fliegengitter aus Gaze. Man kann diese auch als Rollo mit Führungsschienen bekommen und außen vor dem Fenster anbringen. Heruntergezogen verhindern sie einen "Ausbruch".

Geschlossene Fenster
können ebenfalls sehr schnell zum Tode führen.
Auch wenn Ihr Vogel gelernt hat, daß da eine Glasscheibe ist. Ein heftiger Schreck und er fliegt los. Natürlich dahin, wo er am weitesten von der Gefahr entfernt ist. In diesem Moment weiß er nicht mehr, was er gelernt hat. Er rast gegen die Scheibe. Im besten Fall geht es mit dem Schrecken oder einer Gehirnerschütterung ab. Schlimmstenfalls kann das aber zu einem Schädel- oder Schädelbasisbruch führen, was fast immer zum Tode führt.
Innen am Fenster sind Gardinen die beste Lösung. Das mag momentan etwas aus der Mode gekommen sein, was einem Vogelhalter jedoch recht gleichgültig sein sollte. Die besten Gardinen sind solche, die das gesamte Fenster bedecken. Auch wer das nicht mag, ist gut beraten, wenn zumindest zwei Drittel der Scheibe von oben her bedeckt sind.

An Terrassen- oder Balkontüren ist ein Vorhang aus möglichst schwerem Gewebe vorzuziehen.
In entsprechendem Design ist das nicht mal so unschön. Schwer deshalb, weil die Gardine in diesem Fall als Stoßdämpfer wirkt und ein Vogel auch aus vollem Flug meist nicht bis zur Scheibe kommt, sollte er mal diese Richtung nehmen.
Bleibänder zur Beschwerung der Gardinen müssen unbedingt vermieden werden. Es gab schon etliche Todesfälle durch Bleivergiftung, da die Bleikügelchen rund wie Körner sind und, so las ich es, etwas süßlich schmecken sollen.

Türen, Schränke

Überall dort, wo es sich am besten sitzt als Vogel, lauert die Gefahr. Eine Tür, ob am Schrank oder eine Wohnungstür, wenn sie zufallen, sind Brüche vorprogrammiert. Abgequetschte Zehen sind nicht selten. Selbst ein Schnabel kann dazwischengeraten und brechen.
Schließt man irgendeine Tür, so ist es ratsam, den Blick an die Oberkante zur Gewohnheit werden zu lassen.
Selbst Fachböden im Schrank sind nicht unbedingt geiersicher. In einem Fall hatte der Graupapagei sich als Schreiner betätigt und die Haltestifte eines solchen Bodens fachmännisch entfernt. Als Folge fiel das Fachbrett auf ihn und er mußte stundenlang eingeklemmt warten, bis der Vogelhalter nach Hause kam. Glücklicherweise ging das Abenteuer mit Prellungen noch gut aus. Es hätte auch anders kommen können.

Volierengitter

Bei Außenvolieren und auch selbstgebauten Innenvolieren wird normalerweise verzinkter Draht genommen. Dieser ist neugekauft oft noch glänzend. In dieser Form kann der Draht sehr leicht zu einer Schwermetallvergiftung führen.
Erst wenn das Zink verwittert ist und stumpfgrau, kann man den Draht verwenden. Das entstandene Zinkoxid ist sehr viel weniger gefährlich. Am Draht befindliche Zinknasen müssen allerdings entfernt werden, da die Vögel gerne daran knabbern.
Um die Verwitterung des frischen Volierendrahtes zu beschleunigen, braucht man Zeit, Kraft und Essig. Das Gitter mit Essig abwaschen läßt das Zink im Zeitraffertempo oxidieren. Natürlich muß der Essig mit viel klarem Wasser wieder abgewaschen werden.

Gifte

Davon gibt es in jedem Haushalt mehr als genug.

Ob Putz- und Spülmittel, Spray´s und Duftöle, Insektizide oder Blumendünger, es ist reichlich vorhanden. Auch so alltägliche Dinge wie Speisesalz gehören für den Vogel dazu.

Putzmittel:
Enthalten chemische Substanzen, die den Schmutz leichter lösen sollen und auch gleichzeitig den Boden wieder versiegeln, glänzen lassen. Wird das Putzwasser zu heiß gewählt, verdampfen diese Chemikalien zum Teil und werden eingeatmet. Die Folgen können gravierend sein. Wird zum Überfluß noch ein Putzmittel mit desinfizierender Wirkung genommen, sind Schäden am Atmungssystem eines Vogel schon vorprogrammiert.

Spülmittel:
Riechen oft angenehm nach Zitrone. Verführt den Vogel natürlich dazu, mal einen Schluck zu nehmen. Da fettlösend, sind solche Mittel natürlich giftig.

Spray´s:
Ganz gleich welche, alleine schon das Treibgas ist hoch belastend. "Luftverbesserer" mit feinem Duftöl sind z.B. sehr gefährlich. Auch Leder- und Möbelpflegemittel enthalten Stoffe die, besonders bei der Lederpflege, diese selbst für den Menschen zur Gefahr werden lassen. Wer hat schon gerne seine Lunge mit Silikon versiegelt.

Backofenspray -
Säure zum Sprühen. Ist sicher nicht unbedingt das Richtige.

Duftöle:
Die beliebten kleinen Lämpchen, die so angenehmen Duft verbreiten. Sehr brisant, da die ätherischen Öle aggressiv sind. Zudem weiß man nicht, ob zu dem "natürlichen" Öl nicht etwas Chemie beigemengt wurde. Vor allem ist Teebaumöl sehr gefährlich. Selbst größere Haustiere wie Katzen sind daran schon gestorben.
In weiterem Sinne kann man Parfüms durchaus in diese Aufzählung mit einbeziehen.

Insektizide:
Dürfen in einem Haushalt, in dem Vögel gehalten werden, eigentlich gar nicht angewandt werden. Bestenfalls mit großer Vorsicht in Räumen, die keine Verbindung zum Aufenthaltsort der Vögel haben. Solche Dinge wie Mafu- Strips, um stellvertretend für alle diese Insektentöter eine Marke zu nennen, sind absolut tabu. Dazu gehören auch die kleinen Geräte, die in die Steckdose kommen. Diese verdampfen entweder ein Insektizid oder aber lärmen im Ultraschallbereich so laut, daß ein Vogel darüber irre werden könnte. Er hört nämlich das fürchterliche Schrillen, wir nicht.
Inzwischen warnen Verbraucherschützer auch vor dem Einsatz irgendwelcher Verdampfer in Wohnräumen allgemein. Vor allem Kinder scheinen sehr gefährdet zu sein was die giftige Wirkung dieser Mittel noch unterstreicht.

Blumendünger:
Gut für die Topfpflanze, sehr giftig für Mensch und Tier. Auch in der Blumenerde gelöst kann ein neugieriger Vogel, welcher davon frißt, großen Schaden nehmen, eventuell daran sterben. Man kann die Blumenerde mit Kieseln oder Tonkügelchen abdecken um das Risiko zu minimieren.

Gehen wir mal in die Küche.

Salz wurde schon erwähnt. Was ist da sonst noch?
Kochgeschirr, Töpfe, Pfannen, Racletts, Toaster, diese Dinge.
Vieles davon ist teflonbeschichtet. Eine chemische Bombe. Das Teflon gast bei Benutzung, vor allem bei neuem Geschirr, sehr stark aus.

Eine extreme Gefahr stellen beschichtete Grillgeräte und Raclette´s dar. Diese sind meist ungeregelt, die Wärmequelle erhitzt auch bei elektrischen Geräten Teile davon so übermäßig daß die Beschichtung teilweise zerstört wird und gefährliche Gase freisetzt.

Diese Gase sind für einen Vogel auf der Stelle tödlich!
Die Lungen werden sofort zerfressen, der Vogel erstickt in Minuten. Eine Hilfe gibt es nicht, es ist das Todesurteil, immer.
Selbst Bügeleisen und Fön werden heute so beschichtet, auch hier eine große Gefahr.

Was ist sonst noch in der Küche?
Na, der Abfalleimer. Erstens nicht ganz ohne wegen der möglichen Keime und Pilze. Andererseits habe ich mal selber einen Nymphensittich bei mir erlebt, der auf dem Schwingdeckel landen wollte. Deckel auf, Sittich drin, Deckel zu. Hört sich lustig an, aber hätte ich es nicht gerade gesehen, ich hätte den Vogel ewig suchen können.
Die Kochdünste über dem Herd sind ebenfalls "atemberaubend". Eine heiße Pfanne oder ein Topf mit kochendem Inhalt können einen Vogel zum Absturz bringen, was schreckliche Folgen hätte.

Die restliche Chemie

Ein Kunststoffbodenbelag ist bei der Vogelhaltung nützlich. Dieser gast jedoch noch recht lange nach Verlegung jede Menge Chemie aus. Weichmacher und Lösemittel sind durchaus nicht ungiftig, ganz im Gegenteil. Auch ein neuer Teppichboden ist aus Kunststoff hergestellt mit vergleichbarer Wirkung.

Das gilt ebenfalls für neue Möbel. Auch hier gasen die Preßspanplatten, aus denen heute die Möbel hergestellt werden, gehörige Mengen oftmals nicht riechbarer Giftstoffe und Kleberreste aus.

Um die Wände einigermaßen sauber halten zu können, vor allem bei großen Einbauvolieren, kann man Fliesen an die Wände kleben. Auch hier entweichen aus dem frischen Fliesenkleber Dinge, die man besser nicht einatmen sollte.

Lacke und Farben - nun, das dürfte wohl jeder wissen. Selbst einfaches Deckenweiß enthält Chemie, auch wenn das nicht so deutlich drauf steht. Zunehmend werden in letzter Zeit auch Naturfarben angeboten. Ein guter Ersatz für chemische Werkstoffe.

Auch die Elektronik kann eine Gefahr darstellen.

In den Platinen, die zum Einsatz kommen, sind bestimmte Chemikalien zum Schutz vor Gerätebränden als Flammhemmer enthalten. Diese verdunsten mit der Zeit, bei neuen Geräten sehr stark. Diese Stoffe sind so sehr giftig, daß öfter die Meinung vertreten wird, auch der Mensch könne davon erheblich geschädigt werden, da erhöhte Krebsgefahr besteht.

Auch die Kunststoffhülle von Anschlußkabeln kann zum Unglück führen. Viele Vögel sehen die Kabelhülle als schönes "Kaugummi" an. Von der Gefahr des elektrischen Stromes mal ganz abgesehen, wird von dem Plastik was verschluckt, kann es die Därme durchlöchern. Denn die Weichmacher, selber giftig, werden von der Magensäure herausgelöst und die Plastikteilchen werden glashart. Sind diese dabei noch kantig oder spitz, sind die Folgen unabsehbar.

An die Raucher (bin selber einer)
Nikotin ist ein Nervengift. Eine Zigarettenkippe ist für einen Vogel ein furchtbares Gift. Der Tabakrauch schädigt, wie beim Mensch auch, die Atemwege des Vogels. Nur kann ein Vogel nicht husten, die Schadstoffe so nicht loswerden. Eine langsame Vergiftung also. Deshalb sollte man in Räumen, in denen die Vögel sich aufhalten, nicht rauchen.

Frische Luft?
Daß man, wohnt man an einer Hauptverkehrsstraße, dem Vogel die Abgase der Fahrzeuge nicht zumuten soll, leuchtet jedem ein. Dieselruß begünstigt Krebs. Die im Benzin enthaltenen Verbesserer, die den Motor sauber halten und die Leistung fördern sollen, werden oft nicht verbrannt. Ebenso die Schwefelbestandteile. Selbst wenn, Schwefeloxyd ist ein Atemgift.

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