M i l b e n


Von diesen existieren verschiedene Unterarten

   

Federmilben

Am häufigsten sind die Federmilben anzutreffen. Relativ leicht erkennbar, da der Vogel sich sehr oft putzt und im Gefieder nestelt. An den Federenden ist zu sehen, daß diese, besonders bei kleineren Federn, ausgefranzt sind und angefressen wirken. Diese Milben sind vorerst nicht so dramatisch, wenn man gleich handelt.

Luftsackmilben

Fallen zunächst nicht so sehr auf. Bemerkbar an Atemnot beim Fliegen (was auch andere Ursachen haben kann), Knackgeräusche beim Atmen (ebenso), sichtbar unter Umständen, wenn der Vogel im Gegenlicht sitzt und der Kropf zu sehen ist.
Diese sind recht gefährlich, da sie sich schnell vermehren und bis in die weiteren Atemwege vordringen.
Bei Verdacht fachkundigen Rat einholen, es könnte schließlich auch etwas anderes, Erkältung o.Ä. sein.

Grab- oder Räudemilben

Diese fiese Milbenart bohrt sich in die Hornschichten an Schnabel und Beinen richtige Gänge. Das kann so weit führen, daß sie unter der Haut in den Körper eindringen. Das ist allerdings ein Extremfall, kommt nur bei sehr schlechter Haltung vor.
An den Beinen ist deutlich zu sehen, daß Hornplättchen wegstehen, diese sind meist ins graue oder weißliche verfärbt.
Am Schnabel sieht man die winzigen Bohrlöcher und ebenfalls Verfärbungen sowie die im Bild erkennbaren Krusten, allerdings nicht immer so massiv.
Zunächst kann man mit Kalkbeinsalbe oder Ringelblumenöl die befallenen Stellen einreiben, die Salbe leicht einmassieren. Dadurch ersticken die Milben ganz einfach. Weiter gibt es die Möglichkeit,  befallene Stellen mehrmals mit einem mit Mycotox getränkten Wattestäbchen zu  bepinseln.
Vorsichtsmassnahmen:
Mycotox nicht in die Augen gelangen lassen. Nicht einnehmen lassen.
Zudem kann eine Behandlung wie weiter unten beschrieben durchgeführt werden.

Rote Vogelmilben

Sehr gefährliche Milbenart. Es sind Blutsauger, die in solchen Mengen auftreten, daß sie einen Vogel schwächen und sogar töten können. Diese Milben sitzen am Tag versteckt in Ritzen und Sitzstangen und fallen Nachts über den Vogel her. Man kann sie mit ein wenig Glück feststellen, wenn man Käfig oder Voliere mit einem weißen Tuch über Nacht abdeckt. Morgens sieht man dann winzige rote Punkte auf dem Tuch, welche zerdrückt werden können.

Stellt man diese Milben fest, sollte man keine Zeit verlieren.

Federlinge (sind Läuse, sollen jedoch hier mit aufgeführt werden)
Das sind zur Abwechslung mal keine Milben sondern gehören zur Familie der Läuse. Es handelt sich dabei um bis zu fünf Millimeter große Insekten, welche, wie der Name schon besagt, in den Vogelfedern leben und schmarotzen. Sie ernähren sich von Hautschuppen und Federteilen. Einige Arten zerfressen auch die Haut und neue Federkiele und trinken teilweise sogar Blut.
Hier hilft die unten beschriebene Milbenbehandlung nicht, der Vogelhalter sollte zum vogelkundigen Tierarzt gehen, um entsprechende Mittel zu erhalten. Hier bietet sich z.B das Mittel ECTO-CARE an. Es handelt sich dabei um ein giftfreies, biologisch wirkendes Mittel welches auf die Nackenhaut aufgebracht wird. Ecto-Care wirkt auch gegen Federmilben.
 

Behandlung:

Die schlechteste Möglichkeit der Milbenbekämpfung am Vogel ist der Tierhandel.

Allzu oft findet keine oder nur unzureichende Beratung statt. Zudem ist das Personal oftmals zumindest leicht überfordert.
Die angebotenen Mittel sind, liest man sich die Beschreibung richtig durch, nicht am Vogel anzuwenden. Dieses wäre auch gefährlich, da der Vogel das Spray oder was auch immer einatmet, welches bei der Empfindlichkeit des Atemapparates schnell zu großen Problemen führen kann.
Aber auch Sprühmittel welche zur Anwendung am Vogel vorgesehen sind können tödlich wirken oder zu Lähmungen führen. Hier werden in aller Regel als Wirkstoff Pyrethroide (Pyrethrum) eingesetzt welche speziell bei Vögeln extrem gefährlich sind. Es ist bekannt daß diese Wirkstoffe das Nervensytem schwer schädigen. Speziell die Beine der Vögel sind hier von starken Lähmungen befallen.
Auch Züchter, fragt man einen solchen, haben meist recht seltsame Vorstellungen. Vor allem sei gewarnt vor Mafu- Strips, ähnlichen Produkten anderer Hersteller oder Verdampfern. Diese enthalten in geringer Menge Nervengifte, ebenfalls meist Pyrethroide, welche uns nicht schaden, einen Vogel jedoch durchaus töten können.

Was bleibt, ist der Weg zu einem vogelkundigen Tierarzt.
Dieser hat verschreibungpflichtige Medikamente, die auch ohne große Gefahr wirksam sind. Hier sei Ivermectin erwähnt. Dieses wird in der Spot-on Methode eingesetzt. Das bedeutet, daß der Vogel einen Tropfen davon ins Genick geträufelt bekommt. Dieser Vorgang wird noch zweimal im Abstand jeweils einer Woche wiederholt. Letzteres ist wichtig, um auch die Milbeneier zuverlässig zu vernichten.
Wenn man den Tierarzt fragt, bekommt man das Mittel auch mit, um die Behandlung selber durchzuführen.
Auch das giftfreie Ecto-Care kann sehr gut für die Behandlung von Federmilben eingesetzt werden.
Selbstverständlich müssen Käfig oder Voliere gründlich gereinigt und auch desinfiziert werden. Eventuell (bei roten Milben garantiert) sitzen in den winzigsten Ritzen noch hunderte der Quälgeister.

Bei einer solchen Reinigung kann man durchaus die Spray´s aus dem Tierhandel verwenden. Natürlich nur, wenn der Vogel nicht drinnen ist. Ein Mittel, welches schnell verfliegt, ist Bactazol. Es wirkt auf Alkoholbasis und ist ziemlich rückstandsfrei. Allerdings sind die Dämpfe, Alkohol eben, für den Vogel nicht förderlich. Deshalb nur so anwenden, daß der Vogel nichts davon einatmet. Gutes Lüften macht dabei viel aus.

Da unsere Lieblinge, jedenfalls mal meine, im Winter stärker befallen sind als den Rest des Jahres, sind Kontrollen während der schlechten Jahreszeit in nicht zu langen Abständen sinnvoll. Ebenso wenn die Vögel in einer Außenvoliere untergebracht sind. Bei der Zucht ist zu beachten daß vor allem die Nester von der roten Vogelmilbe befallen sein können.

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