Psittakose oder Ornithose
Beide Begriffe sind unterschiedliche Bezeichnungen für die gleiche Krankheit.
Es gibt nur einen winzigen Unterschied: Psittakose betrifft Papageienvögel und Sittiche, Ornithose alle anderen Vögel.
Der Grund für diese unterschiedlichen Bezeichnungen liegt in der Vergangenheit, man konnte Mangels entsprechender Geräte früher nicht erkennen daß es immer die gleiche Sache war.Dabei handelt es sich um eine Infektion mit als Chlamydium Psittaci bekannten Bakterien.
Diese Bakterienarten, also die Clamydien, sind beileibe nicht selten, andere Clamydienarten als die hier erwähnte rufen z.B. auch alle möglichen Krankheiten beim Menschen hervor.
Daß diese Bakterien auch Menschen befallen ist der Grund warum Psittakose / Ornithose gemeldet werden müssen.
Diese Krankheiten sind eben auch für den Menschen nicht ungefährlich. Wird die Infektion nicht behandelt so können bis zu 1% aller Betroffenen daran sterben.
Für die kranken Vögel ist die Infektion sehr viel gefährlicher, hier besteht immer höchste Gefahr. Da der Amtstierarzt eingeschaltet wird, so wird auch die Art und Dauer der Behandlung von diesem angeordnet und überwacht. Auch die verhängten Quarantänemaßnahmen müssen unbedingt eingehalten werden.
Hier wird nach dem Bundesseuchengesetz gehandelt, wenn keine Quarantäne der kranken Vögel möglich ist werden diese getötet !
Der Autor findet im Zeitalter der Antibiotika die hier sehr gut wirken dieses zumindest teilweise für überflüssig, auch die Schutzmaßnahmen scheinen übertrieben angesichts weiter unten geschildeter Verbreitung dieser Erreger unter der Vogelwelt.Hier nun ein Auszug der vorgeschriebenen Maßnahmen bei festgestellter Psittakose:
Der Besitzer hat an den Eingängen Schilder mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift "Psittakose – Unbefugter Zutritt verboten" gut sichtbar anzubringen; dies gilt nicht im Falle des Verdachts des Ausbruchs der Psittakose.
Alle Papageien und Sittiche sind abzusondern und einzusperren. Sie dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde entfernt werden. Verendete oder getötete Vögel jeder Art sind, soweit sie nicht zu diagnostischen Untersuchungen benötigt werden, nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes unschädlich zu beseitigen.Die Räumlichkeiten dürfen nur in Schutzkleidung und Atemschutz und nur von dem Besitzer der Tiere, seinem Vertreter, den mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Tiere betrauten Personen, von Tierärzten und von Personen im amtlichen Auftrag betreten werden. Nach Verlassen der Räumlichkeiten haben diese Personen sofort
a) die Schutzkleidung abzulegen, feucht zu reinigen und so zu verwahren, daß eine Verschleppung der Seuche vermieden wird, und
b) die Hände, die Arme und das Schuhwerk nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes feucht zu reinigen und zu desinfizieren.Die Schutzkleidung ist im Abstand von drei Tagen zu wechseln und nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes zu desinfizieren.
Vögel jeder Art dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde in den Bestand verbracht oder aus dem Bestand entfernt werden.
Tiere, Teile von Tieren, Futter sowie sonstige Gegenstände, dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde entfernt werden; Dung und Einstreu dürfen nur zu unschädlichen Beseitigung nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes entfernt werden.
An den Ein- und Ausgängen sind saugfähige Bodenauflagen anzubringen, die nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes zu desinfizieren und stets feucht zu halten sind.
Die Fußböden sind täglich nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes feucht zu reinigen und zu desinfizieren.
Haben sich Papageien und Sittiche vor der Absonderung nach Absatz 1 Nr. 2 oder § 5 Nr. 1 in anderen Räumlichkeiten befunden, sind diese nach näherer Anweisung des beamteten Tierarztes zu reinigen und zu desinfizieren.
Wie überträgt sich die Psittakose?
Ein infizierter Vogel scheidet über alle erdenklichen Arten die Erreger aus: Über Kot, Federstaub, Speichel, einfach über alle möglichen Wege. Nun ist es jedoch trotzdem nicht so daß ein kranker Vogel unweigerlich einen Menschen infizieren müßte, das ist Unsinn.
Schließlich ist bekannt daß die große Mehrzahl unserer Stadttauben infiziert sind. Trotzdem daß mit Sicherheit schon jeder einmal mit diesen Tauben oder ihren Ausscheidungen in Berührung gekommen ist so sind mir Erkrankungen deshalb nicht bekannt. Selber kann ich sagen daß ich schon oft mit den Tauben in Kontakt gekommen bin und ich hatte noch niemals irgendwelche Krankheiten erworben.
Auch Papageienhalter mit an Psittakose erkrankten Vögeln sind bisher in aller Regel von der Krankheit verschont geblieben.
Die Gefahr selber eine Infektion zu bekommen ist also relativ klein.Die Vögel können sich akut infizieren, es kann jedoch auch eine chronische Erkrankung vorliegen. Dies ist von den Umständen abhängig, so ist Streß natürlich ein Faktor. Ebenso ist die Art wie die Erreger aufgenommen wurden anscheinend von Bedeutung. Daher ist die Inkubationszeit, also der Zeitraum von Ansteckung bis Ausbruch der Krankheit sehr unterschiedlich. Es kann sich um Tage oder Monate handeln, dies ist nicht genau definiert.
Wie erkennt man daß sich ein Vogel mit Psittakose infiziert hat?
Das ist sogar relativ schwierig. Natürlich ist dem Vogelhalter schon aufgefallen daß sein Vogel krank wirkt, sich zurückzieht und immer müde wirkt. Das Gefieder ist ruppig und glanzlos. Aber das gibt es bei anderen Krankheiten auch.
Was also noch? Nun, der Kot verändert sich, kann zu grünem Durchfall werden und zu riechen anfangen. Der Vogel bekommt "Schnupfen", die Augen beginnen zu tränen. Aber alles das ist noch immer kein Anzeichen für Psittakose, eine schwere Erkältung mit Lungenentzündung wird sich fast ebenso äußern.
Erst eine Laboruntersuchung auf Clamydien kann hier einigermaßen Klarheit verschaffen, ist aber auch nicht unbedingt absolut sicher.
Der Tierarzt wird bei hinreichendem Verdacht den Amtstierarzt hinzu ziehen und dieser wiederum entscheidet über die weitere Vorgehensweise.
Behandelt wird mit Antibiotika, auch werden alle vorhandenen Vögel gleich mitbehandelt.
Und wenn ein Mensch sich so was eingefangen hat?
Nun, es beginnt wie eine richtige, kräftige Grippe. Mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwäche und Kreislaufproblemen. Später kommt ein ordentlicher Husten dazu. Wird nicht behandelt kann es zu einer Lungenentzündung kommen die durchaus tödlich enden kann.
Da jedoch wohl niemand mit derartig schweren Symptomen auf den Arztbesuch verzichtet dürfte hier kein so großes Risiko bestehen. Natürlich ist dem Arzt auch mitzuteilen daß man Vogelhalter ist, das kann die Diagnose sehr erleichtern.
Wenn man also die behördlichen Übertreibungen einmal weg läßt so ist eine Psittakose an sich keine so extrem große Sache. Sicher, unter unseren Vögeln kann es zu Todesfällen kommen, jedoch ist die gesamte Erkrankung doch recht überschaubar und auch nicht hoffnungslos.
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